Warum die MRT-Röhre eng und laut ist
Viele Menschen haben vor der MRT Angst. Nach Schätzungen der Deutschen Röntgengesellschaft, der Fachgesellschaft der Radiologen, haben etwa 15 Prozent aller Patienten große Angst vor der Untersuchung. Manche geraten in der Röhre in Panik und müssen abbrechen. Der zweite Anlauf fällt dann oft noch schwerer.
Die Enge hat einen technischen Grund. Für scharfe Bilder braucht das Gerät ein sehr starkes und gleichmäßiges Magnetfeld, und das erzeugt eine Spule in der Wand der Röhre. Eine übliche Röhre ist deshalb nur etwa 60 Zentimeter weit. Die Messung dauert meist 20 bis 50 Minuten, und so lange sollen Sie still liegen, weil schon kleine Bewegungen die Bilder stören.
Das laute Klopfen gehört zum normalen Betrieb. Es entsteht, wenn das Gerät seine Magnetfelder schnell an- und ausschaltet. Gegen den Lärm bekommen Sie einen Gehörschutz oder Kopfhörer.
Platzangst schon bei der Terminvergabe sagen
Der wichtigste Schritt kommt vor dem Termin. Sagen Sie schon bei der Anmeldung, dass Sie Platzangst haben. Das raten etwa die Uniklinik Aachen und die Fachgesellschaft der Radiologen. Dann kann die Praxis zum Beispiel ein Beruhigungsmittel vorbereiten oder Sie an einem Gerät mit mehr Platz untersuchen, wenn sie eines hat.
Haben Sie eine MRT schon einmal abbrechen müssen, sprechen Sie vorher auch mit der Ärztin, die Sie überweist. Das empfiehlt die Uniklinik Freiburg, weil manche Hilfen Planung brauchen.
Fünf Dinge erledigen Sie am besten vor dem Termin.
- Sagen Sie bei der Terminvergabe, dass Sie Platzangst haben, und fragen Sie nach einem Gerät mit weiter Öffnung.
- Fragen Sie, ob eine Begleitperson mit in den Raum darf und ob Sie eigene Musik mitbringen können.
- Klären Sie, ob ein Beruhigungsmittel infrage kommt, und nennen Sie alle Medikamente, die Sie nehmen.
- Planen Sie für diesen Fall den Heimweg mit Begleitung, mit Bus und Bahn oder mit dem Taxi.
- Üben Sie vorher eine Entspannungstechnik, etwa ruhiges Atmen.
Planen Sie bei Platzangst mehr Zeit ein als für die reine Messung. Wie lange eine MRT dauert, hängt vor allem von der Körperregion ab, die untersucht wird.
Was in der Röhre gegen die Angst hilft
In der Röhre sind Sie nicht allein. Über Kopfhörer und eine Gegensprechanlage hören Sie das Personal und können jederzeit sprechen. In der Hand halten Sie eine Klingel. Drücken Sie sie, meldet sich sofort jemand und bricht die Untersuchung ab, wenn es nötig ist.
Manche Kliniken haben Geräte mit mehr Platz. An der Uniklinik Aachen ist die Röhre etwa 70 Zentimeter weit und so kurz, dass Sie meist nur mit einem Teil des Körpers darin liegen. Wie weit Sie hineinfahren, hängt von der Körperregion ab. Fragen Sie deshalb, ob Ihr Kopf bei Ihrer Untersuchung draußen bleiben kann.
Die Röntgengesellschaft nennt weitere Hilfen, die Sie selbst nutzen können.
- Musik über Kopfhörer lenkt ab. Fragen Sie, ob Sie eigene Musik oder ein Entspannungsprogramm mitbringen dürfen.
- Ein Spiegel im Gerät lässt Sie oft aus der Röhre hinaussehen.
- Eine Begleitperson kann im Raum bleiben und Ihre Wade oder Ihren Fuß halten. Auch sie legt vorher alles aus Metall ab.
- Schließen Sie die Augen, bevor die Liege in die Röhre fährt, und öffnen Sie sie erst nach der Messung wieder.
- Ruhiges Atmen, autogenes Training oder eine Fantasiereise helfen, sich selbst zu beruhigen.
- Bitten Sie das Personal, Ihnen während der Messung zu sagen, was als Nächstes kommt.
Beruhigungsmittel vor der MRT und der Heimweg
Reichen diese Hilfen nicht, kann die Ärztin Ihnen ein Beruhigungsmittel geben. Meist ist das ein Mittel wie Tavor oder Valium, als Tablette oder über die Vene. Über die Vene lässt es sich genauer dosieren, dann überwacht die Praxis aber auch Ihre Atmung.
Nach dem Mittel sind Sie nicht fahrtüchtig und nicht arbeitsfähig. An der Uniklinik Freiburg dürfen Sie danach 24 Stunden lang nicht selbst Auto fahren und keine Maschinen bedienen. Eine Praxis in Bayreuth nennt ebenfalls 24 Stunden. Kommen Sie deshalb mit Bus und Bahn, mit dem Taxi oder in Begleitung.
Ob ein Beruhigungsmittel für Sie infrage kommt, entscheidet die Ärztin im Aufklärungsgespräch. Sagen Sie ihr, welche Medikamente Sie nehmen und welche Erkrankungen Sie haben. Das Gespräch muss so rechtzeitig stattfinden, dass Sie in Ruhe entscheiden können.
Wenn auch ein Beruhigungsmittel nicht reicht, ist in Einzelfällen eine Narkose möglich. Dafür gibt es eigene Narkosegeräte, die neben dem starken Magneten arbeiten dürfen. Eine Narkose braucht aber eine genaue Planung, an der Uniklinik Freiburg ist sie im normalen Betrieb nicht möglich.
Hilft ein offenes MRT bei Platzangst?
Ein offenes MRT ist keine Röhre. Es besteht aus zwei dicken Platten, zwischen denen Sie liegen, und ist zu den Seiten hin offen. Manchen Menschen nimmt das die Angst, weil sie hinaussehen können. Andere fühlen sich auch zwischen den schweren Platten beengt.
Das offene MRT hat Nachteile. Manche offenen Geräte haben einen schwächeren Magneten als die Röhre. Die Bilder sind meist weniger scharf, und die Messung dauert oft länger. Ob ein offenes Gerät Ihre Frage beantwortet, klären Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin.
Offene Geräte gibt es nicht überall, und die gesetzliche Krankenkasse zahlt eine Untersuchung im offenen MRT nicht in jedem Fall. Fragen Sie vor dem Termin, ob Ihre Kasse die Kosten übernimmt.
Manchmal klärt auch ein anderes Verfahren dieselbe Frage. Eine CT ist weiter, schneller und leiser, arbeitet aber mit Röntgenstrahlung. Ob eine CT Ihre Frage genauso gut beantwortet, hängt von den Unterschieden zwischen MRT und CT ab, und das entscheidet Ihre Ärztin.
Was passiert, wenn Sie die MRT abbrechen?
Nach einem Abbruch folgt meist ein zweiter Anlauf an einem neuen Termin. Der fällt vielen Menschen noch schwerer als der erste. Sprechen Sie deshalb vor dem neuen Termin mit Ihrer überweisenden Ärztin und mit der Praxis. Dann kann die Praxis Hilfen wie ein Beruhigungsmittel oder ein Gerät mit mehr Platz einplanen.
Haben Sie schon einmal eine MRT abbrechen müssen?
Hatten Sie damals schon Hilfen wie Musik, Begleitung oder ein weites Gerät?
Sprechen Sie vor dem neuen Termin über ein Beruhigungsmittel oder ein offenes MRT. Klären Sie das auch mit Ihrer überweisenden Ärztin.
Fragen Sie beim neuen Termin gezielt nach diesen Hilfen. Sagen Sie dabei, dass Sie schon einmal abbrechen mussten.
Wissen Sie, dass enge Räume Ihnen Angst machen?
Sagen Sie das bei der Terminvergabe und fragen Sie nach einem Gerät mit weiter Öffnung. Planen Sie den Heimweg, falls Sie ein Beruhigungsmittel bekommen.
Dann reicht die übliche Vorbereitung. Lassen Sie sich vor dem Start trotzdem die Klingel zeigen.
Häufige Fragen
Wie weit ist die Röhre eines MRT-Geräts?
Eine übliche MRT-Röhre ist etwa 60 Zentimeter weit. An der Uniklinik Aachen ist die Röhre etwa 70 Zentimeter weit und so kurz, dass Sie meist nur mit einem Teil des Körpers darin liegen. Fragen Sie bei Platzangst nach einem Gerät mit mehr Platz.
Darf ich nach einem Beruhigungsmittel für die MRT selbst Auto fahren?
Nein, nach einem Beruhigungsmittel für die MRT dürfen Sie nicht selbst Auto fahren. Die Uniklinik Freiburg nennt dafür 24 Stunden, in denen Sie auch keine Maschinen bedienen dürfen. Kommen Sie deshalb mit Bus und Bahn, mit dem Taxi oder in Begleitung.
Ist ein offenes MRT genauso gut wie ein MRT in der Röhre?
Ein offenes MRT ist nicht immer gleichwertig, denn manche offenen Geräte haben einen schwächeren Magneten. Die Bilder sind meist weniger scharf, und die Messung dauert oft länger. Ob ein offenes MRT Ihre Frage beantwortet, klären Sie vorher mit Ihrer Ärztin.
Darf eine Begleitperson mit in den MRT-Raum?
Ja, eine Begleitperson kann bei der MRT meist im Raum bleiben und Sie zum Beispiel an der Wade halten. Sie legt vorher alles aus Metall ab und sagt, ob sie selbst Implantate hat. Fragen Sie bei der Terminvergabe, ob die Praxis das erlaubt.
Kann ich eine MRT jederzeit abbrechen?
Ja, eine MRT können Sie jederzeit über die Klingel in Ihrer Hand unterbrechen. Das Personal meldet sich sofort über die Kopfhörer und bricht ab, wenn es nötig ist. Sagen Sie vor einem neuen Termin, dass Sie abbrechen mussten, damit die Praxis Hilfen einplanen kann.
Zahlt die Krankenkasse ein offenes MRT bei Platzangst?
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt ein offenes MRT nicht in jedem Fall. Offene Geräte gibt es außerdem nicht überall. Fragen Sie vor dem Termin bei Ihrer Kasse und bei der Praxis nach.
