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Kontrastmittel-Unverträglichkeit bei MRT und CT

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Eine Unverträglichkeit gegen Kontrastmittel ist selten. Beim Gadolinium für die MRT kommt es bei etwa 9 von 10.000 Gaben zu einer allergischen Reaktion, meist einer leichten. Jodhaltige Mittel für die CT lösen häufiger Reaktionen aus. Sagen Sie vorher, ob Sie schon einmal reagiert haben, ob Sie Asthma haben und ob Nieren oder Schilddrüse krank sind.

Eine Pflegekraft bereitet eine Pumpe für Kontrastmittel neben einem MRT-Gerät vor
Eine Pflegekraft bereitet die Pumpe vor, die das Kontrastmittel während der Untersuchung gibt. Bild: KI generiert.

Gadolinium für die MRT, Jod für die CT

Ein Kontrastmittel macht Dinge sichtbar, die auf dem Bild sonst kaum zu unterscheiden sind. Viele Tumoren bilden zum Beispiel viele Blutgefäße und nehmen deshalb mehr Kontrastmittel auf als gesundes Gewebe. Die Praxis gibt ein Kontrastmittel aber nur, wenn es für Ihre Frage nötig ist, und so wenig wie möglich.

Für MRT und CT gibt es verschiedene Mittel. Die MRT nutzt Gadolinium, ein Metall, das im Kontrastmittel fest an einen ungiftigen Trägerstoff gebunden ist. Die CT nutzt Mittel mit Jod. Welches der beiden Verfahren Sie bekommen, hängt von Ihrer Frage und den Unterschieden zwischen MRT und CT ab.

Beide Mittel bekommen Sie meist über eine dünne Nadel in eine Vene am Arm oder am Handrücken. Beim Spritzen spüren viele Menschen kurz Wärme oder Kälte, manche ein Kribbeln. Das vergeht meist von selbst. Ihr Körper scheidet das Mittel über die Nieren wieder aus, das MRT-Mittel innerhalb weniger Stunden, das CT-Mittel in etwa 24 Stunden.

Wie oft eine Kontrastmittel-Unverträglichkeit vorkommt

Die meisten Menschen vertragen Kontrastmittel gut. Eine Auswertung von 9 Studien mit fast 717.000 Gaben fand bei Gadolinium 9,2 allergische Reaktionen je 10.000 Gaben. Schwer waren davon 0,52 je 10.000 Gaben, also etwa 5 von 100.000. Auf jodhaltige Mittel für die CT reagieren Menschen häufiger als auf Gadolinium.

Sofortreaktionen treten in der ersten Stunde nach der Spritze auf. Leichte Zeichen sind Übelkeit, Juckreiz, Quaddeln oder gerötete Haut. Schwere Reaktionen wie Atemnot, ein Kreislaufschock oder Herzrhythmusstörungen sind sehr selten. Nach der europäischen Leitlinie hält die Praxis dafür Medikamente und Geräte bereit und behält Sie nach der Spritze 30 Minuten in ihrer Nähe.

Nach jodhaltigem Mittel kann noch bis zu einer Woche später ein Hautausschlag mit Rötung, Schwellung und Juckreiz kommen. Er ist meist leicht und geht von selbst wieder weg. Nach Gadolinium ist diese späte Hautreaktion nicht beschrieben.

Was Sie vor dem Kontrastmittel sagen müssen

Im Aufklärungsgespräch fragt die Ärztin nach Dingen, die nur Sie wissen. Ihre Antworten entscheiden, ob Sie ein Kontrastmittel bekommen, welches Mittel es wird und ob die Praxis vorher etwas vorbereitet.

  • Frühere Reaktionen auf Kontrastmittel, am besten mit dem Namen des Mittels und Ihren Beschwerden von damals. Bringen Sie Ihren Allergiepass mit.
  • Asthma oder Allergien, die Sie behandeln lassen, weil sie das Risiko einer Reaktion erhöhen.
  • Nierenerkrankungen und eine Dialyse. Bringen Sie einen aktuellen Nierenwert mit, wenn Sie einen haben.
  • Eine Überfunktion oder Knoten der Schilddrüse und eine geplante Untersuchung oder Behandlung der Schilddrüse.
  • Diabetes und das Medikament Metformin.
  • Alle anderen Medikamente, die Sie regelmäßig nehmen.
  • Eine Schwangerschaft, einen Verdacht darauf und ob Sie stillen.

Eine frühere Reaktion zählt als Risiko, egal ob sie auf ein MRT-Mittel oder ein CT-Mittel war. Das heißt aber nicht, dass Sie nie wieder Kontrastmittel bekommen. Oft wählt die Ärztin dann ein anderes Mittel, am besten nach Rücksprache mit einer Allergologin, oder eine Untersuchung ohne Kontrastmittel.

Die europäische Radiologen-Fachgesellschaft ESUR gibt Leitlinien für Kontrastmittel heraus. Vorbeugende Tabletten gegen eine Allergie empfiehlt sie nicht, weil ihre Wirkung nicht gut belegt ist.

Die Ärztin muss Sie mündlich und so rechtzeitig aufklären, dass Sie in Ruhe entscheiden können. Von allem, was Sie dabei unterschreiben, bekommen Sie eine Kopie.

Warum die Praxis vor dem Kontrastmittel Ihre Nieren prüft

Beide Mittel verlassen den Körper über die Nieren. Arbeiten die Nieren schlecht, bleibt das Mittel länger im Körper. Deshalb fragt die Praxis nach Ihrem Nierenwert. Gemeint ist die Filterleistung der Nieren, die Ihr Labor aus einer Blutprobe berechnet.

Beim jodhaltigen Mittel für die CT können sehr schwache Nieren weiter Schaden nehmen. Das Risiko steigt, wenn die Filterleistung unter 30 liegt oder die Nieren gerade akut versagen. Dann prüft die Ärztin, ob eine Untersuchung ohne jodhaltiges Mittel reicht, oder sie gibt Ihnen vorher Flüssigkeit über die Vene. Wie alt der Nierenwert sein darf, legt jede Praxis selbst fest. Die ESUR nennt für geplante Untersuchungen höchstens 3 Monate.

Beim Gadolinium für die MRT geht es um eine sehr seltene Erkrankung, bei der Haut und Bindegewebe verhärten, meist zuerst an den Beinen. Sie betrifft vor allem Menschen mit sehr schwachen Nieren, etwa bei einer Filterleistung unter 15 oder einer Dialyse. Die meisten Fälle gingen auf ältere Mittel zurück, die heute nicht mehr in die Vene gespritzt werden. Bei einer Filterleistung unter 30 sollen zwischen zwei Gaben trotzdem mindestens 7 Tage liegen.

Eine Dialyse schützt nicht sicher. Sie holt das Mittel zwar aus dem Blut, aber es ist nicht belegt, dass sie die Nieren oder die Haut vor Schäden bewahrt.

Für Metformin gegen Diabetes gilt bei der CT mit jodhaltigem Mittel eine eigene Regel. Liegt die Filterleistung über 30 und arbeiten die Nieren stabil, nehmen Sie es normal weiter. Liegt sie darunter oder versagen die Nieren akut, setzen Sie es ab der Spritze ab. Sie nehmen es wieder, wenn sich die Nieren in einer Kontrolle innerhalb von 48 Stunden nicht verschlechtert haben. Bei Gadolinium für die MRT ist nichts Besonderes nötig. Was für Sie gilt, bespricht Ihre Ärztin mit Ihnen.

Lagert sich Gadolinium im Gehirn ab?

Ja, nach einer MRT mit Gadolinium bleiben kleine Mengen im Gehirn zurück. Das hat die Europäische Arzneimittelagentur bei einer Prüfung bestätigt. Nach älteren, sogenannten linearen Mitteln fanden sich mehr Ablagerungen als nach den heute üblichen Mitteln, aus denen sich weniger Gadolinium löst.

Schäden durch diese Ablagerungen sind bisher nicht bekannt. Weil niemand die langfristigen Folgen kennt, ruhen in Deutschland seit Ende Februar 2018 die Zulassungen der meisten linearen Mittel zum Spritzen in die Vene. Zwei davon dürfen Ärzte weiter nutzen, aber nur für Bilder der Leber.

Kleine Mengen lagern sich auch in Knochen, Leber und Haut ab, und zwar unabhängig davon, wie gut Ihre Nieren arbeiten. Die Ärztin setzt Gadolinium deshalb nur ein, wenn eine MRT ohne Kontrastmittel die nötigen Antworten nicht liefert. Sie nimmt dann die kleinste Menge, die für gute Bilder reicht.

Jodhaltiges Kontrastmittel bei Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse braucht Jod, um ihre Hormone zu bilden. Die große Menge Jod aus dem CT-Mittel kann deshalb bei manchen Menschen eine Überfunktion auslösen, meist erst nach mehr als einer Woche.

Gefährdet sind Menschen mit einer unbehandelten Basedow-Krankheit und Menschen mit einem knotigen Kropf, dessen Knoten selbständig Hormone bilden. Das gilt besonders für ältere Menschen und für Gegenden, in denen die Nahrung wenig Jod enthält. Bei einer gesunden Schilddrüse besteht dieses Risiko nicht. Bei einer bestehenden Überfunktion soll jodhaltiges Mittel gar nicht gegeben werden.

Steht bei Ihnen eine Untersuchung oder Behandlung der Schilddrüse mit einem schwach radioaktiven Mittel an, sagen Sie das in beiden Praxen. Nach jodhaltigem Kontrastmittel soll eine Szintigrafie der Schilddrüse 2 Monate warten. Auch vor einer Behandlung mit radioaktivem Jod sollen seit dem Kontrastmittel mindestens 2 Monate vergangen sein.

Welche Angabe vor dem Kontrastmittel zählt?

Hatten Sie schon einmal eine Reaktion auf Kontrastmittel?

Ja

Nennen Sie das Mittel und Ihre Beschwerden, am besten mit Allergiepass. Oft kommt dann ein anderes Mittel oder eine Untersuchung ohne Kontrastmittel infrage.

Nein

Sind Ihre Nieren krank oder werden Sie dialysiert?

Ja

Bringen Sie einen aktuellen Nierenwert mit. Die Ärztin entscheidet dann, ob und welches Mittel Sie bekommen.

Nein

Haben Sie eine Schilddrüsenerkrankung und bekommen eine CT?

Ja

Sagen Sie das vor der CT. Bei einer Überfunktion soll jodhaltiges Mittel nicht gegeben werden.

Nein

Dann bleiben die üblichen Angaben zu Allergien, Asthma, Medikamenten, Schwangerschaft und Stillen.

Kontrastmittel in Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft gibt die Praxis jodhaltiges Mittel nur in Ausnahmefällen. Dann sollte die Kinderärztin in der ersten Lebenswoche die Schilddrüse des Neugeborenen prüfen. Gadolinium kommt nur bei einem sehr starken Grund infrage, dann in der kleinsten möglichen Menge. Es geht wahrscheinlich auf das Kind über. Langzeitschäden sind nicht nachgewiesen, ganz ausschließen lässt sich ein Risiko aber nicht.

Stillen dürfen Sie nach beiden Mitteln normal weiter, so sieht es die ESUR. Manche Kliniken raten trotzdem zur Vorsicht. Die Uniklinik Freiburg etwa empfiehlt, die Milch 24 Stunden lang abzupumpen und wegzuschütten. Fragen Sie deshalb in Ihrer Praxis nach.

Häufige Fragen

Kann ich nach einer Reaktion auf Kontrastmittel wieder Kontrastmittel bekommen?

Ja, nach einer Reaktion auf Kontrastmittel ist eine Untersuchung oft trotzdem möglich. Die Ärztin wählt dann meist ein anderes Mittel, am besten nach Rücksprache mit einer Allergologin, oder eine Untersuchung ohne Kontrastmittel. Nennen Sie dafür das Mittel und Ihre Beschwerden von damals.

Helfen Tabletten vor dem Kontrastmittel gegen eine allergische Reaktion?

Vorbeugende Tabletten gegen eine allergische Reaktion auf Kontrastmittel empfiehlt die europäische Radiologen-Fachgesellschaft ESUR nicht. Ihre Wirkung ist nach ihrer Einschätzung nicht gut belegt. Sie rät stattdessen zu einem anderen Mittel oder zu einer Untersuchung ohne Kontrastmittel.

Muss ich Metformin vor einer CT mit Kontrastmittel absetzen?

Metformin nehmen Sie vor einer CT mit Kontrastmittel normal weiter, wenn die Filterleistung Ihrer Nieren über 30 liegt und die Nieren stabil arbeiten. Bei schwächeren Nieren oder akutem Nierenversagen setzen Sie es ab der Spritze ab, bis eine Kontrolle der Nieren gut ausfällt. Was für Sie gilt, sagt Ihnen Ihre Ärztin.

Wie lange bleibt Kontrastmittel im Körper?

Kontrastmittel für die MRT scheidet der Körper innerhalb weniger Stunden über die Nieren aus, jodhaltiges Mittel für die CT in etwa 24 Stunden. Bei schwachen Nieren dauert es deutlich länger. Trinken Sie nach der Untersuchung viel.

Darf ich nach einer MRT mit Kontrastmittel stillen?

Ja, nach einer MRT mit Kontrastmittel dürfen Sie nach Ansicht der europäischen Radiologen-Fachgesellschaft ESUR normal weiter stillen. Manche Kliniken raten vorsichtshalber, die Milch 24 Stunden abzupumpen und wegzuschütten. Fragen Sie in Ihrer Praxis, was sie empfiehlt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Rote-Hand-Brief vom 8. Januar 2018: Gadolinium-haltige Kontrastmittel, aktualisierte Empfehlungen nach Bewertung von Gadoliniumablagerungen im Gehirn und anderen Geweben, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, abgestimmt mit EMA und BfArM,
  2. Rote-Hand-Brief zu gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln: Aktualisierte Empfehlung zur Anwendung, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,
  3. ESUR Guidelines on Contrast Agents 10.0, Abschnitte A.3.1 (Thyreotoxikose), A.3.2 (NSF), B.4 (Metformin) und B.5 (Dialyse), European Society of Urogenital Radiology, Contrast Media Safety Committee,
  4. § 630e BGB, Aufklärungspflichten (mündlich, rechtzeitig, Abschriften der unterzeichneten Unterlagen), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  5. § 630c BGB, Informationspflichten (Erläuterung der wesentlichen Umstände zu Beginn der Behandlung), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  6. § 124 StrlSchV, Informationspflichten (Information über das Risiko der Strahlenanwendung vor der Anwendung), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  7. Alternative Schnittbildverfahren: Magnet-Resonanz-Tomographie, Bundesamt für Strahlenschutz,
  8. Behzadi AH, Zhao Y, Farooq Z, Prince MR: Immediate Allergic Reactions to Gadolinium-based Contrast Agents, a Systematic Review and Meta-Analysis, Radiology 2018; 286: 471-482 (9 Studien, 716.978 Gaben, 9,2 allergische und 0,52 schwere Reaktionen je 10.000 Gaben), Radiological Society of North America, nachgewiesen in PubMed (doi 10.1148/radiol.2017162740),
  9. MRT in der Krebsmedizin: Kontrastmittel, Gadolinium, Ausscheidung innerhalb weniger Stunden, leichte und schwere Nebenwirkungen, Schwangerschaft, aktualisiert am 24. September 2024, Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst,
  10. Computertomographie: jodhaltiges Kontrastmittel, Ausscheidung in etwa 24 Stunden, Wechselwirkungen mit Diabetes-Medikamenten, Nebenwirkungen, aktualisiert am 23. September 2025, Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst,
  11. Häufig gestellte Fragen zur MRT: Stillen nach Kontrastmittel, Muttermilch 24 Stunden abpumpen und verwerfen, Nierenwert und Allergiepass mitbringen, Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Praxen stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.