Brauche ich für den Radiologen eine Überweisung?
Ja, als gesetzlich Versicherte brauchen Sie für eine Untersuchung beim Radiologen eine Überweisung. Das gilt für MRT, CT, Röntgen und Mammographie in der radiologischen Praxis. Ärzte und Krankenkassen haben das in ihren gemeinsamen Regeln festgelegt. Mit Überweisung zahlen Sie für die Untersuchung nichts dazu.
Dieselbe Pflicht gilt für sechs weitere Fachrichtungen. Dazu gehören die Nuklearmedizin mit Szintigrafie und PET-CT, die Strahlentherapie und die Labormedizin. Diese Praxen sind hoch spezialisiert und brauchen besondere Geräte und Fachkenntnisse. Sie führen einen Auftrag aus, den eine andere Ärztin vorher gestellt hat.
Die Überweisung kann jede Kassenärztin ausstellen, die Sie behandelt, nicht nur Ihre Hausärztin. Hält Ihre Orthopädin ein MRT der Wirbelsäule für nötig, überweist sie Sie selbst.
3 Fälle, in denen es ohne Überweisung geht
Ohne Überweisung kommen Kassenpatienten nur in drei Fällen zum Radiologen.
- Zum Mammographie-Screening gehen Frauen zwischen 50 und 75 Jahren direkt. Sie bekommen alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung. Kommt keine, können sie sich selbst melden.
- Zeigt das CT der Lungenkrebs-Früherkennung etwas Auffälliges, darf die radiologische Praxis die nötigen weiteren Untersuchungen selbst veranlassen. Für das erste CT im Programm brauchen Sie aber eine Überweisung.
- Wenn Sie selbst zahlen, brauchen Sie keine Überweisung. Die Praxis rechnet dann privat ab.
Was passiert ohne Überweisung in der Praxis?
Ohne Überweisung darf die radiologische Praxis Sie nicht auf Kosten der Kasse untersuchen. Sie haben dann zwei Möglichkeiten. Entweder Sie holen die Überweisung bei Ihrer Ärztin und kommen wieder. Oder Sie zahlen die Untersuchung selbst.
Wollen Sie selbst zahlen, bestätigen Sie das vorher schriftlich. Die Praxis muss Ihnen außerdem vorher die voraussichtlichen Kosten schriftlich nennen. Ein MRT kostet dann 139,89 bis 641,16 Euro, ein CT 110,75 bis 378,87 Euro, je nach Körperbereich. Was die Kasse in der Radiologie zahlt, hängt vom medizinischen Grund ab.
Sind Sie gesetzlich versichert?
Gehen Sie mit Einladung zum Mammographie-Screening?
Sie brauchen keine Überweisung. Bringen Sie die Einladung und Ihre Versichertenkarte mit.
Sieht Ihre Ärztin einen medizinischen Grund für die Untersuchung?
Lassen Sie sich eine Überweisung geben. Die Kasse zahlt dann die Untersuchung ganz.
Ohne Überweisung zahlen Sie selbst. Lassen Sie sich den Preis vorher schriftlich geben.
Als Privatversicherte brauchen Sie keine Überweisung. Ob Ihre Versicherung zahlt, regelt Ihr Tarif.
Wie lange gilt eine Überweisung zum Radiologen?
Eine Überweisung gilt über das Quartal hinaus, in dem Ihre Ärztin sie ausstellt. Ein Quartal ist ein Vierteljahr, etwa Januar bis März. Die Untersuchung muss aber spätestens im nächsten Quartal beginnen. Eine Überweisung aus dem Februar gilt also noch für einen ersten Termin im Mai, aber nicht mehr im Juli.
Zieht sich die Untersuchung danach über mehrere Quartale hin, gilt die Überweisung weiter, solange der Auftrag derselbe bleibt. Für eine neue Frage brauchen Sie eine neue Überweisung.
Ist der Termin dringend, kann Ihre Ärztin einen Code für die Terminvermittlung auf die Überweisung setzen. Mit ihm vermittelt Ihnen die Terminservicestelle unter 116117 einen Termin. Die Wartezeit auf einen MRT-Termin darf dann höchstens drei Wochen betragen.
Gilt die Überweisungspflicht auch für Szintigrafie und PET-CT?
Ja, auch die Nuklearmedizin dürfen Kassenpatienten nur mit Überweisung aufsuchen. Sie arbeitet mit schwach radioaktiven Mitteln, etwa bei der Schilddrüsenszintigrafie oder dem PET-CT.
Beim PET-CT reicht die Überweisung allein nicht. Die Kasse zahlt es nur bei bestimmten Krebsarten, vor allem bei Lungenkrebs und Lymphdrüsenkrebs. Steht Ihre Erkrankung nicht auf dieser Liste, zahlen Sie das PET-CT selbst.
Häufige Fragen
Brauche ich für ein MRT eine Überweisung?
Ja, für ein MRT als Kassenleistung brauchen Sie eine Überweisung. Ohne Überweisung zahlen Sie das MRT selbst, je nach Körperbereich 139,89 bis 641,16 Euro.
Kann ich ohne Überweisung zur Mammographie gehen?
Ja, zum Mammographie-Screening gehen Frauen zwischen 50 und 75 Jahren ohne Überweisung, mit ihrer Einladung. Für eine Mammographie wegen Beschwerden, etwa einem tastbaren Knoten, brauchen Sie dagegen eine Überweisung.
Wie lange ist eine Überweisung zum Radiologen gültig?
Eine Überweisung zum Radiologen gilt, wenn die Untersuchung spätestens im Quartal nach der Ausstellung beginnt. Eine Überweisung aus dem Februar reicht also für einen ersten Termin im Mai, aber nicht mehr im Juli. Läuft die Untersuchung über mehrere Quartale, gilt sie weiter.
Darf ich ohne Überweisung zum Radiologen, wenn ich selbst zahle?
Ja, ohne Überweisung untersucht Sie die radiologische Praxis, wenn Sie selbst zahlen. Sie bestätigen vorher schriftlich, dass Sie auf eigene Kosten untersucht werden wollen. Die Praxis nennt Ihnen vorher die voraussichtlichen Kosten.
Brauchen Privatversicherte eine Überweisung zum Radiologen?
Nein, Privatversicherte brauchen keine Überweisung zum Radiologen. Die Pflicht gilt nur für gesetzlich Versicherte. Ob Ihre Versicherung die Rechnung erstattet, regelt Ihr Tarif.
Brauche ich für eine Szintigrafie eine Überweisung?
Ja, für eine Szintigrafie als Kassenleistung brauchen Sie eine Überweisung. Die Nuklearmedizin gehört wie die Radiologie zu den Fachrichtungen, die Kassenpatienten nur mit Überweisung aufsuchen dürfen.
