Bei welchen Krankheiten zahlt die Kasse ein PET-CT?
Ein PET-CT verbindet zwei Aufnahmen in einem Gerät. PET steht für Positronen-Emissions-Tomographie. Sie zeigt meist mit einem schwach radioaktiven Zucker, wo Gewebe im Körper besonders aktiv ist. Ärzte nutzen sie vor allem, um Krebs aufzuspüren. Das CT liefert dazu ein genaues Bild, damit die Ärztin jede auffällige Stelle einem Organ zuordnen kann.
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt ein PET-CT in der Praxis nur bei 10 Krankheitsbildern. Diese Liste legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest, das Gremium aus Ärzten und Krankenkassen, das bestimmt, was die Kasse zahlt. 8 der 10 Punkte betreffen die Lunge oder Lymphdrüsenkrebs. Steht Ihre Krankheit nicht darauf, zahlt die Kasse das PET-CT nicht, auch wenn Ihre Ärztin es für sinnvoll hält.
| Krankheit | Wofür die Kasse das PET-CT zahlt |
|---|---|
| Lungenkrebs, nicht-kleinzellige Form | um festzustellen, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat, auch in entfernte Organe |
| Lungenkrebs, nicht-kleinzellige Form | bei begründetem Verdacht auf einen Rückfall |
| Rundlicher Fleck in der Lunge | um zu klären, ob er gutartig oder bösartig ist, wenn eine Operation riskant ist und sich keine Gewebeprobe entnehmen lässt |
| Lungenkrebs, kleinzellige Form | um festzustellen, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat, solange eine Heilung möglich erscheint |
| Lungenkrebs, kleinzellige Form | bei begründetem Verdacht auf einen Rückfall nach einer Behandlung mit dem Ziel der Heilung, wenn andere Bilder keine Klarheit bringen |
| Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen, eine Form von Lymphdrüsenkrebs | um die Ausbreitung festzustellen, bei der ersten Erkrankung und bei einem Rückfall |
| Fortgeschrittener Krebs im Kopf- und Halsbereich, auch bei unbekanntem Ursprung | um zu entscheiden, ob Lymphknoten am Hals operativ entfernt werden |
| Kehlkopfkrebs nach einer Behandlung mit dem Ziel der Heilung | um bei Verdacht auf Reste oder einen Rückfall zu entscheiden, ob eine Gewebeprobe nötig ist |
| Lymphdrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen | ohne weitere Einschränkung |
| Aggressives Non-Hodgkin-Lymphom, eine Form von Lymphdrüsenkrebs | um die Ausbreitung festzustellen, und bei Verdacht, dass sich ein follikuläres Lymphom umgewandelt hat und unklar ist, wo die Gewebeprobe entnommen werden soll |
Für die regelmäßige Nachsorge bei Lymphdrüsenkrebs zahlt die Kasse das PET-CT nicht, solange kein begründeter Verdacht auf einen Rückfall besteht. Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs stehen nicht auf der Liste.
Ein Ärzteteam muss das PET-CT empfehlen
Auch bei einer Krankheit von der Liste reicht eine einfache Überweisung nicht. Ein Team aus mehreren Ärztinnen und Ärzten entscheidet gemeinsam, ob das PET-CT Ihre Behandlung verändert. Dazu gehören die Ärztin, die das PET-CT macht, und die Ärztin, die Ihren Krebs behandelt. Bei Lungenkrebs kommen je nach Frage ein Chirurg für den Brustkorb oder eine Strahlentherapeutin dazu.
Das PET-CT dürfen in der Kassenversorgung nur Fachärzte für Nuklearmedizin oder Radiologie mit viel Erfahrung machen. Sie müssen in der Regel mindestens 1.000 PET-Untersuchungen bei Krebs aus den letzten 5 Jahren nachweisen. Zeigt das PET-CT etwas, das Ihre Behandlung stark ändern würde, muss eine Gewebeprobe oder ein anderes Bild das Ergebnis bestätigen.
Was kostet ein PET-CT, wenn Sie selbst zahlen?
Ein PET-CT kostet Selbstzahler je nach Klinik oder Praxis zwischen 1.267,18 Euro und 2.900 Euro. Die Uniklinik Ulm verlangt von gesetzlich Versicherten 1.267,18 Euro, davon 272,65 Euro für das radioaktive Mittel. Eine Praxis in Lörrach nennt 1.800 bis 2.900 Euro, je nach Aufwand und Mittel. Allein das Mittel kostet nach Angaben der München Klinik 400 bis 800 Euro mit Transport.
| Anbieter | Preis | Was der Preis umfasst |
|---|---|---|
| Universitätsklinikum Ulm, Stand Juli 2024 | 1.267,18 Euro | Pauschale der Nuklearmedizin 338,75 Euro, Untersuchung 640,78 Euro, radioaktives Mittel 272,65 Euro, Kontrastmittel 15 Euro |
| MVZ Radiologie Dreiländereck, Lörrach | 1.800 bis 2.900 Euro | die ganze Untersuchung, je nach Aufwand und Mittel |
| München Klinik | 400 bis 800 Euro | nur das radioaktive Mittel mit Transport |
Ein großer Teil des Preises entfällt auf das radioaktive Mittel. Es hält nur kurz, denn nach Angaben der München Klinik verfällt es innerhalb von 1 bis 2 Stunden. Die Praxis bestellt es deshalb genau für Ihren Termin. Sagen Sie dort weniger als 24 Stunden vorher ab, stellt die Klinik Ihnen das verfallene Mittel in Rechnung.
Bevor Sie selbst zahlen, muss die Praxis Ihnen die voraussichtlichen Kosten schriftlich nennen, etwa per Brief oder E-Mail. Das gilt, sobald sie weiß oder ahnen muss, dass die Kasse nicht zahlt.
5 Punkte vor einem selbst bezahlten PET-CT
- Lassen Sie sich den Preis schriftlich geben und vergleichen Sie, wenn möglich, zwei Anbieter.
- Fragen Sie, bis wann Sie den Termin ohne Kosten absagen können.
- Klären Sie, ab wann Sie nüchtern sein müssen. Eine Praxis in Lörrach bittet, ab 22 Uhr am Vorabend nichts mehr zu essen.
- Sagen Sie, ob Sie Diabetes haben. Der Blutzucker muss bei der Spritze im normalen Bereich liegen, weil das Mittel ein Zucker ist.
- Fragen Sie, wer den Befund mit Ihnen bespricht und wann er vorliegt.
Zahlt die private Krankenversicherung ein PET-CT?
Ja, die privaten Krankenversicherungen erkennen das PET-CT nach Angaben der München Klinik seit Längerem als Leistung an. Eine Praxis in Lörrach schreibt, dass Privatversicherte die Kosten in der Regel voll erstattet bekommen. Was Ihr Tarif genau zahlt, steht in Ihrem Vertrag. Fragen Sie deshalb vorher nach.
Bei teuren Behandlungen haben Sie ein festes Recht auf Auskunft. Kostet die Behandlung voraussichtlich mehr als 2.000 Euro, können Sie Ihre Versicherung vorher schriftlich fragen, ob und wie viel sie zahlt. Sie muss innerhalb von 4 Wochen antworten, bei Eile innerhalb von 2 Wochen. Antwortet sie nicht rechtzeitig, geht man davon aus, dass die Behandlung medizinisch notwendig ist.
Ein PET-CT kann diese Grenze allein überschreiten. Eine Praxis in Lörrach nennt für Selbstzahler bis zu 2.900 Euro. Beamte mit Beihilfe fragen am besten vorher bei ihrer Beihilfestelle nach.
Was tun, wenn die Kasse das PET-CT ablehnt?
Fragen Sie vor der Untersuchung bei der Kasse an und nicht erst nach der Rechnung. Lehnt die Kasse ab, bekommen Sie einen schriftlichen Bescheid. Dagegen können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
- Lassen Sie sich von Ihrer behandelnden Ärztin schriftlich begründen, warum Sie das PET-CT brauchen und ob Ihre Krankheit auf der Liste steht.
- Stellen Sie mit diesem Arztbrief einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse, bevor die Untersuchung stattfindet.
- Lehnt die Kasse ab, legen Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch ein.
- Lassen Sie sich beraten, wenn Sie unsicher sind, etwa bei der Unabhängigen Patientenberatung oder einer Krebsberatungsstelle.
- Zahlen Sie am Ende selbst, holen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag ein und vergleichen Sie die Anbieter.
Steht Ihre Krankheit auf der Liste der 10 Krankheitsbilder?
Dann zahlt die Kasse das PET-CT, wenn ein Ärzteteam es empfiehlt.
Sind Sie privat versichert?
Dann zahlt Ihre Versicherung das PET-CT in der Regel. Fragen Sie vorher schriftlich nach.
Dann stellen Sie vor der Untersuchung einen Antrag bei Ihrer Kasse. Lehnt sie ab, zahlen Sie selbst.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse ein PET-CT bei Brustkrebs?
Nein, Brustkrebs steht nicht auf der Liste der 10 Krankheitsbilder, bei denen die gesetzliche Kasse ein PET-CT in der Praxis zahlt. Sie können vorher einen Antrag mit ärztlicher Begründung stellen. Lehnt die Kasse ab, zahlen Sie das PET-CT selbst.
Zahlt die Krankenkasse ein PET-CT bei Prostatakrebs?
Nein, Prostatakrebs gehört nicht zu den 10 Krankheitsbildern, bei denen die gesetzliche Kasse ein PET-CT in der Praxis zahlt. Möglich bleibt ein Antrag bei Ihrer Kasse vor der Untersuchung. Privatversicherte bekommen die Kosten in der Regel erstattet.
Was kostet ein PET-CT für Selbstzahler?
Ein PET-CT kostet Selbstzahler zwischen 1.267,18 Euro und 2.900 Euro. Die Uniklinik Ulm verlangt von gesetzlich Versicherten 1.267,18 Euro. Eine Praxis in Lörrach nennt je nach Aufwand und Mittel 1.800 bis 2.900 Euro.
Was kostet das radioaktive Mittel für ein PET-CT?
Das radioaktive Mittel für ein PET-CT kostet nach Angaben der München Klinik 400 bis 800 Euro mit Transport. Es verfällt innerhalb von 1 bis 2 Stunden, deshalb bestellt die Praxis es genau für Ihren Termin. Wer dort weniger als 24 Stunden vorher absagt, zahlt das verfallene Mittel.
Muss die private Krankenversicherung vorher sagen, ob sie das PET-CT zahlt?
Ja, eine private Krankenversicherung muss vorher Auskunft geben, wenn die Behandlung voraussichtlich mehr als 2.000 Euro kostet. Sie fragen schriftlich, und die Versicherung muss innerhalb von 4 Wochen antworten. Bei Eile beträgt die Frist 2 Wochen.
Wie lange habe ich Zeit für einen Widerspruch, wenn die Kasse das PET-CT ablehnt?
Für einen Widerspruch gegen die Ablehnung eines PET-CT haben Sie einen Monat Zeit. Die Frist beginnt, sobald Ihnen der Bescheid der Kasse bekanntgegeben ist. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie unsicher sind, etwa bei der Unabhängigen Patientenberatung.
