Warum die Knochenszintigrafie Stunden Wartezeit braucht
Die Knochenszintigrafie gehört zu den Untersuchungen einer nuklearmedizinischen Praxis. Sie zeigt, wie stark der Knochen an jeder Stelle umgebaut wird. Das Mittel lagert sich dort an, wo der Knochen gerade besonders aktiv ist. Wie viel sich anlagert, hängt von der Durchblutung ab und von den Zellen, die neuen Knochen bilden.
Direkt nach der Spritze ist noch viel Mittel im Blut und in den Weichteilen unterwegs. Erst nach einigen Stunden hebt sich der Knochen deutlich davon ab. Die Fachgesellschaft nennt für die Aufnahmen deshalb 2 bis 5 Stunden nach der Spritze, die Uniklinik Halle 2 bis 3 Stunden. Noch spätere Bilder nach 6 bis 24 Stunden zeigen manche Stellen sogar klarer, etwa das Becken.
Die Untersuchung an der Kamera dauert nach Angaben der Uniklinik Halle danach noch einmal 45 bis 90 Minuten. Planen Sie deshalb einen halben Tag ein.
Wie läuft eine Knochenszintigrafie ab?
Für die Knochenszintigrafie müssen Sie nicht nüchtern sein. Zwischen den Schritten sind Sie frei beweglich. Ob Sie die Praxis in der Wartezeit verlassen dürfen, klären Sie am besten bei der Terminvereinbarung.
1. Spritze
Sie bekommen das Mittel in eine Armvene. Die Menge richtet sich nach Ihrem Körpergewicht.
2. Frühe Aufnahmen, falls nötig
Bei manchen Fragen läuft die Kamera schon während der Spritze. Sie misst 30 bis 60 Sekunden lang die Durchblutung und nach 2 bis 5 Minuten noch einmal.
3. Wartezeit
In den 2 bis 5 Stunden bis zur Aufnahme trinken Sie mindestens 1 Liter und leeren regelmäßig die Blase.
4. Toilette
Direkt vor der Aufnahme leeren Sie die Blase noch einmal. Eine volle Blase kann das Becken auf dem Bild überdecken.
5. Aufnahme
Die Kamera nimmt meist das ganze Skelett von vorn und von hinten auf. Je nach Frage kommen 3D-Aufnahmen einzelner Bereiche hinzu.
6. Nach der Untersuchung
Trinken Sie noch mindestens 24 Stunden lang reichlich und gehen Sie oft zur Toilette. So verlässt das Mittel den Körper schneller.
Wann macht die Praxis zusätzliche frühe Aufnahmen?
Meist reichen die Aufnahmen des ganzen Skeletts nach einigen Stunden. Bei manchen Fragen ergänzt die Praxis frühe Aufnahmen direkt nach der Spritze. Diese Untersuchung heißt Mehrphasen- oder Drei-Phasen-Szintigrafie. Sie zeigt zusätzlich, wie stark eine Stelle durchblutet ist.
Eine starke Durchblutung in den frühen Bildern ist typisch für eine Entzündung, etwa eines Gelenks oder des Knochens. Sie kommt aber auch bei Tumoren oder nach Verletzungen vor. Die frühen Bilder helfen deshalb vor allem, wenn die Ärztin eine aktive Stelle an einem bestimmten Ort vermutet.
Geht es um eine mögliche Entzündung an einer bestimmten Stelle?
Dann macht die Praxis meist zusätzlich frühe Aufnahmen. Sie zeigen die Durchblutung dieser Stelle.
Geht es um Absiedlungen eines bekannten Krebses?
Dann reichen meist die Aufnahmen des ganzen Skeletts nach 2 bis 5 Stunden.
Dann legt die Praxis die Aufnahmen nach Ihrer Fragestellung fest.
Wann wird eine Knochenszintigrafie gemacht?
Die Knochenszintigrafie zeigt das ganze Skelett in einer Untersuchung. Weil sie den Stoffwechsel im Knochen misst, macht sie Veränderungen oft schon früh sichtbar.
| Anlass | Was die Knochenszintigrafie zeigt |
|---|---|
| Bekannter Krebs, etwa der Brust, der Prostata oder der Lunge | ob sich Absiedlungen in den Knochen gebildet haben |
| Verdacht auf eine Entzündung von Knochen oder Wirbeln | ob die Entzündung gerade aktiv ist |
| Gelenkbeschwerden | ob ein Gelenk entzündet ist |
| Unklare Knochenschmerzen | ob und wo im Knochen ein krankhafter Vorgang läuft |
| Verdacht auf einen Bruch | wo der Bruch liegt und wie alt er ist |
| Gelenkersatz oder andere Implantate | ob sich das Implantat gelockert oder entzündet hat |
Vor der Knochenszintigrafie müssen Sie nicht nüchtern sein
Essen und trinken dürfen Sie vor einer Knochenszintigrafie normal. Bringen Sie 1 Liter Getränk mit, denn in der Wartezeit sollen Sie mindestens so viel trinken.
6 Angaben, die die Praxis vorher braucht
- Frühere Bilder und Befunde, etwa von Röntgen, CT oder MRT, zum Vergleich.
- Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung, falls bekannt.
- Operationen, Unfälle und Implantate wie ein künstliches Gelenk.
- Erkrankungen der Nieren oder der Harnwege.
- Ihre Medikamente.
- Eine mögliche Schwangerschaft oder eine Stillzeit.
Wenn Sie stillen, rät die Fachgesellschaft vorsorglich zu 48 Stunden Pause. Was sonst für den Kontakt zu Kindern nach einer Szintigrafie gilt, besprechen Sie am besten vorher mit der Praxis.
Wie viel Strahlung bringt eine Knochenszintigrafie?
Eine Knochenszintigrafie bringt nach der Leitlinie der Fachgesellschaft 2,5 bis 3,2 Millisievert. Millisievert ist die Maßeinheit für die Strahlenbelastung des Körpers. Die Uniklinik Halle nennt 3,3 bis 4,2 Millisievert. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlung in Deutschland macht im Jahr durchschnittlich 2,1 Millisievert aus.
Die Menge des Mittels richtet sich nach Ihrem Körpergewicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt dafür einen Richtwert vor. Die Praxis soll darunter bleiben, wenn die Bilder trotzdem gut genug sind.
Am meisten Strahlung bekommt die Wand der Harnblase ab, weil der Körper das Mittel über den Urin ausscheidet. Deshalb hilft es, viel zu trinken und oft zur Toilette zu gehen. Macht die Praxis zusätzlich ein CT, kommt dessen Strahlung hinzu.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Knochenszintigrafie insgesamt?
Eine Knochenszintigrafie dauert insgesamt mehrere Stunden. Zwischen Spritze und Aufnahme liegen 2 bis 5 Stunden, die Untersuchung an der Kamera dauert dann 45 bis 90 Minuten. Planen Sie deshalb einen halben Tag ein.
Muss ich vor einer Knochenszintigrafie nüchtern sein?
Nein, vor einer Knochenszintigrafie müssen Sie nicht nüchtern sein. Bringen Sie 1 Liter Getränk mit. In der Wartezeit sollen Sie mindestens so viel trinken und oft zur Toilette gehen.
Was bedeutet ein Hot Spot bei der Knochenszintigrafie?
Ein Hot Spot bei der Knochenszintigrafie ist eine Stelle, die besonders viel Mittel aufnimmt. Dort baut sich der Knochen stark um. Das kommt bei Absiedlungen von Krebs vor, aber auch bei Brüchen, Entzündungen oder Gelenkverschleiß. Ihre Ärztin ordnet den Befund deshalb mit weiteren Bildern ein.
Darf ich nach einer Knochenszintigrafie stillen?
Nein, nach einer Knochenszintigrafie rät die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin vorsorglich zu 48 Stunden Stillpause. Die Milch aus dieser Zeit verwerfen Sie. Sagen Sie schon bei der Anmeldung, dass Sie stillen.
Tut eine Knochenszintigrafie weh?
Nein, bei einer Knochenszintigrafie spüren Sie nur den kurzen Einstich der Spritze. Die Aufnahme selbst ist schmerzfrei, Sie müssen aber eine Weile still liegen. Bei starken Schmerzen plant die Praxis rechtzeitig ein Schmerzmittel ein, wenn Sie es vorher sagen.
