Ohne Beschwerden ist der Brustultraschall eine IGeL
Die Kasse zahlt einen Ultraschall der Brust, wenn er einen Befund klären soll. Das ist etwa ein Knoten, den Sie oder Ihre Ärztin ertastet haben, oder eine Mammographie, die keine sichere Aussage zulässt. Sie brauchen dafür eine Überweisung und zahlen nichts dazu.
Soll der Ultraschall nur der Früherkennung dienen, ist er eine IGeL. IGeL steht für individuelle Gesundheitsleistung, also eine Untersuchung, die Sie selbst bezahlen. Der Ultraschall kostet dann in der Regel 26 bis 60 Euro, einschließlich Beratung. Das gilt auch, wenn Ihre Brust auf dem Röntgenbild dicht ist und Sie mehr Sicherheit möchten.
Für Frauen mit hohem erblichem Risiko gibt es ein eigenes Programm in spezialisierten Zentren. Dort gehören Ultraschall und Brust-MRT bei erblichem Risiko zur Früherkennung, und die Kasse trägt die Kosten.
Was eine dichte Brust bedeutet
Eine Brust ist dicht, wenn sie viel Drüsen- und Bindegewebe und wenig Fett enthält. Die Ärztin stuft die Dichte auf dem Mammographie-Bild in vier Stufen ein. Auf dem Befund steht dafür oft ein Buchstabe von A bis D. A heißt, die Brust besteht fast nur aus Fett, und D heißt, sie ist extrem dicht.
Eine dichte Brust ist normal und keine Krankheit. Etwa 85 Prozent aller Frauen liegen bei B oder C, also in der Mitte. Schwierig wird es beim Röntgenbild, denn dichtes Gewebe kann dort einen kleinen Tumor verdecken.
Eine sehr dichte Brust erhöht das Brustkrebsrisiko leicht. Im Vergleich zum Durchschnitt aller Frauen ist es etwa 1,3- bis 1,5-mal so hoch. Ältere Veröffentlichungen nannten viel höhere Werte, weil sie mit einer seltenen Gruppe sehr fettreicher Brüste verglichen. Eine dichte Brust allein zählt nicht als mittleres oder hohes Risiko.
Die Mammographie bleibt auch bei sehr dichter Brust wichtig, weil manche frühen Krebsformen nur auf dem Röntgenbild zu sehen sind. Die Leitlinie rät deshalb, auch dann nicht auf sie zu verzichten. Das Mammographie-Screening senkt nach der Leitlinie die Zahl der Todesfälle durch Brustkrebs, auch bei dichter Brust.
Was der zusätzliche Ultraschall findet und was nicht
Mehrere Studien zeigen, dass ein zusätzlicher Ultraschall bei dichter Brust 2 bis 4 weitere Krebsfälle je 1.000 Untersuchungen findet. Ob deshalb weniger Frauen an Brustkrebs sterben, ist nicht untersucht. Unbekannt ist auch, wie oft er Tumoren findet, die nie Beschwerden gemacht hätten.
Dafür steigt die Zahl der Gewebeproben auf das 3- bis 4-fache im Vergleich zum Screening allein. Bei Frauen mit niedrigem Risiko zeigt deutlich weniger als 1 von 10 dieser Proben tatsächlich Krebs. Dazu kommen öfter Kontrolltermine nach kurzer Zeit.
Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes bewertet den Brustultraschall zur Früherkennung mit unklar, weil Studien zu Nutzen und Schaden fehlen. Das gilt für Frauen ohne erhöhtes Risiko, und auch internationale Fachgremien empfehlen ihn für diese Frauen bisher nicht.
Anders sieht es bei mittlerem Risiko aus, etwa bei Brustkrebs in der engen Familie. Dann hält die Leitlinie den Ultraschall bei dichter Brust für eine geeignete Ergänzung. Ob die Kasse ihn in Ihrem Fall zahlt, klären Sie vorher mit Ihrer Ärztin.
Zahlt die Kasse Ihren Brustultraschall?
Ihre Kosten liegen bei 0 Euro, wenn ein medizinischer Grund vorliegt oder ein Zentrum Sie wegen hohen erblichen Risikos betreut. Ohne Grund zahlen Sie meist 26 bis 60 Euro.
| Ihre Lage | Wer zahlt | Kosten für Sie |
|---|---|---|
| Knoten oder unklares Mammographie-Bild | Krankenkasse | 0 Euro |
| Dichte Brust ohne Beschwerden | Sie selbst | 26 bis 60 Euro |
| Hohes erbliches Risiko, Betreuung im Zentrum | Krankenkasse | 0 Euro |
Haben Sie einen tastbaren Knoten oder ein unklares Mammographie-Bild?
Dann zahlt die Kasse den Ultraschall. Sie brauchen eine Überweisung.
Hat ein Zentrum bei Ihnen ein hohes erbliches Risiko festgestellt?
Dann gehört der Ultraschall zum Früherkennungsprogramm des Zentrums, und die Kasse zahlt.
Dann ist der Ultraschall eine IGeL. Er kostet meist 26 bis 60 Euro.
Vor dem Ultraschall als IGeL nachfragen
Ein Ultraschall ohne Beschwerden ist ein Angebot und keine notwendige Ergänzung zum Screening. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für die Entscheidung und stellen Sie vorher ein paar Fragen.
- Fragen Sie, welcher Buchstabe von A bis D auf Ihrem Befund steht und was er für Sie bedeutet.
- Fragen Sie, wie oft der Ultraschall einen falschen Verdacht auslöst und wie oft danach eine Gewebeprobe folgt.
- Erzählen Sie, ob in Ihrer Familie Brustkrebs vorkam. Dann kann eine Betreuung über die Kasse infrage kommen.
- Lassen Sie sich den Preis vorher nennen. Die Praxis muss Ihnen die Kosten vor der Untersuchung in Textform mitteilen, also auf Papier oder per E-Mail.
- Entscheiden Sie ohne Zeitdruck. Lehnen Sie ab, verlieren Sie keine Kassenleistung.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse einen Brustultraschall bei dichter Brust?
Nein, eine dichte Brust allein ist kein Grund, aus dem die Krankenkasse einen Brustultraschall zahlt. Die Kasse zahlt ihn, wenn ein Knoten tastbar ist oder ein Mammographie-Bild unklar bleibt. Ohne solchen Grund zahlen Sie den Ultraschall selbst.
Was kostet ein Brustultraschall als IGeL?
Ein Brustultraschall als IGeL kostet in der Regel 26 bis 60 Euro, einschließlich Beratung. Die Praxis muss Ihnen die Kosten vorher in Textform nennen. Bei einem medizinischen Grund zahlt die Kasse, und Sie zahlen nichts.
Findet ein Ultraschall bei dichter Brust mehr Brustkrebs?
Ja, ein zusätzlicher Ultraschall bei dichter Brust findet 2 bis 4 weitere Krebsfälle je 1.000 Untersuchungen. Gleichzeitig folgen 3- bis 4-mal so viele Gewebeproben. Ob dadurch weniger Frauen an Brustkrebs sterben, ist nicht untersucht.
Was bedeutet der Buchstabe A bis D auf dem Mammographie-Befund?
Der Buchstabe A bis D auf dem Mammographie-Befund beschreibt, wie dicht Ihr Brustgewebe ist. A heißt fast nur Fett, D heißt extrem dicht. Etwa 85 Prozent aller Frauen liegen bei B oder C.
Erhöht eine sehr dichte Brust das Brustkrebsrisiko?
Ja, eine sehr dichte Brust erhöht das Brustkrebsrisiko leicht, auf etwa das 1,3- bis 1,5-fache des Durchschnitts. Eine dichte Brust allein gilt aber nicht als mittleres oder hohes Risiko. Vor allem macht sie das Röntgenbild schwerer lesbar.
Ersetzt ein Ultraschall die Mammographie bei dichter Brust?
Nein, ein Ultraschall ersetzt die Mammographie bei dichter Brust nicht. Manche frühen Krebsformen sind nur auf dem Röntgenbild zu sehen. Die Leitlinie rät deshalb, auch bei sehr dichter Brust nicht auf die Mammographie zu verzichten.
