Wer zum Mammographie-Screening eingeladen wird
Screening heißt, dass allen Menschen einer Altersgruppe dieselbe Untersuchung angeboten wird. Beim Mammographie-Screening sind das Frauen zwischen 50 und 75 Jahren. Sie haben alle 24 Monate, also alle zwei Jahre, Anspruch auf eine Mammographie, die Röntgenuntersuchung der Brust. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenkasse. Privat versicherte Frauen klären die Kosten vorher mit ihrer Versicherung.
Die Einladung schickt die Zentrale Stelle Ihres Bundeslandes, die dafür die Adressen aus dem Melderegister bekommt. Der Brief nennt schon einen Ort und einen Termin. Passt Ihnen der Termin nicht, kann nur die Zentrale Stelle ihn verlegen, nicht die Praxis. Die Telefonnummer steht im Brief.
Die Teilnahme ist freiwillig, und dem Brief liegt eine Entscheidungshilfe bei, die Vor- und Nachteile erklärt. Wenn Sie nicht teilnehmen, kommt nach zwei Jahren ein neuer Brief. Möchten Sie keine Einladungen mehr, können Sie per Brief oder E-Mail widersprechen. Für Ihre Krankenversicherung hat das keine Folgen.
Zwischen zwei Terminen müssen mindestens 22 Monate liegen. Hatten Sie in den letzten 12 Monaten aus einem anderen Grund eine Mammographie, etwa wegen Beschwerden, verschiebt sich das Screening. Es ist dann frühestens 12 Monate nach dieser Aufnahme möglich.
Was tun, wenn keine Einladung kommt?
Manchmal bleibt der Brief aus, etwa nach einem Umzug oder einer Namensänderung. Auch ein früherer Widerspruch stoppt die Einladungen. Ihren Anspruch verlieren Sie dadurch nicht, deshalb melden Sie sich in diesem Fall einfach selbst bei der Zentralen Stelle. Sie prüft, ob Sie eingeladen werden können, und schickt Ihnen dann einen Termin.
Frauen zwischen 70 und 75 Jahren haben seit Juli 2024 Anspruch auf das Screening. Je nach Bundesland bekommen sie aber noch keinen Brief, weil die Einladungen für diese Altersgruppe dort noch nicht angelaufen sind. Wer 70 oder älter ist, meldet sich deshalb am besten selbst an.
- Rufen Sie die Zentrale Stelle Ihres Bundeslandes an. Die Nummer steht auf früheren Einladungen.
- Alternativ melden Sie sich direkt bei einer Screening-Praxis. Sie gibt Ihre Daten an die Zentrale Stelle weiter.
- Haben Sie früher widersprochen und möchten wieder teilnehmen, sagen Sie das ausdrücklich.
So läuft der Termin zur Mammographie ab
Die Untersuchung findet in einer Praxis oder Klinik in Ihrer Region statt, manchmal auch in einem dafür ausgerüsteten Fahrzeug. Vorher füllen Sie einen kurzen Fragebogen aus. Dann macht eine medizinische Fachkraft von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen. Eine Ärztin ist bei der Aufnahme meist nicht dabei.
Für die Aufnahme drückt das Gerät die Brust zwischen zwei Platten flach. Das kann unangenehm sein oder wehtun, schadet der Brust aber nicht. Je flacher die Brust liegt, desto weniger Strahlung braucht das Bild und desto besser lässt es sich beurteilen.
Sie haben das Recht, vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt des Programms zu sprechen. Dafür vereinbaren Sie über die Zentrale Stelle einen eigenen Termin. Bei Brustimplantaten braucht die Fachkraft mehr Aufnahmen, deshalb sagen Sie es bei der Anmeldung. Ob die Mammographie mit Implantaten gelingt, hängt vor allem davon ab, wie fest die Kapsel um das Implantat ist.
Eine Mammographie beider Brüste mit je zwei Aufnahmen bringt nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz etwa 0,3 bis 0,5 Millisievert. Millisievert ist die Maßeinheit für die Strahlenbelastung des Körpers. Aus Nahrung, Boden und Weltall nimmt ein Mensch in Deutschland im Schnitt 2,1 Millisievert pro Jahr auf.
Einladung
Die Zentrale Stelle schickt Ihnen einen Brief mit Ort, Termin und Entscheidungshilfe.
Fragebogen und Aufnahmen
Nach dem Fragebogen macht die Fachkraft zwei Aufnahmen von jeder Brust.
Auswertung durch zwei Fachleute
Zwei Ärztinnen oder Ärzte sehen sich die Bilder getrennt voneinander an.
Ergebnis per Post
Der Brief mit dem Ergebnis kommt in der Regel innerhalb von sieben Werktagen.
Neuer Termin bei Auffälligkeit
Ist etwas auffällig, bekommen Sie einen Termin für weitere Untersuchungen, meist innerhalb einer Woche.
Zwei Fachleute prüfen jedes Bild
Im Screening sehen sich zwei Ärztinnen oder Ärzte jede Mammographie an. Sie arbeiten getrennt und kennen das Urteil der anderen Person nicht, nehmen aber zum Vergleich die Bilder Ihres letzten Screening-Termins dazu. Sind sie sich nicht einig, entscheiden beide gemeinsam mit der leitenden Ärztin oder dem leitenden Arzt des Programms in Ihrer Region.
Bei einer Mammographie außerhalb des Screenings, etwa wegen Beschwerden, gilt diese Regel nicht. Dort beurteilt meist eine Ärztin oder ein Arzt allein die Bilder.
Was ein auffälliger Befund im Screening bedeutet
Etwa 30 von 1.000 Frauen erhalten einen auffälligen Befund und einen neuen Termin. Bei 24 dieser 30 Frauen zeigt sich danach, dass sie keinen Brustkrebs haben. Bei 6 der 30 Frauen bestätigt sich der Verdacht. Ein auffälliger Befund heißt also zunächst nur, dass das Bild eine Frage offenlässt.
| Ergebnis | Frauen von 1.000 |
|---|---|
| Unauffälliger Befund | etwa 970 |
| Auffälliger Befund mit neuem Termin | etwa 30 |
| Davon am Ende kein Brustkrebs | 24 |
| Davon Brustkrebs | 6 |
Der neue Termin liegt meist innerhalb einer Woche nach der Nachricht. Dort untersucht die Praxis die Brust mit Ultraschall oder röntgt sie noch einmal. Oft lässt sich der Verdacht so schon ausräumen. Sonst empfiehlt die Ärztin eine Gewebeprobe, eine sogenannte Biopsie. Dabei entnimmt sie unter örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel etwas Gewebe.
Ein Team aus Fachärztinnen und Fachärzten bespricht danach alle Ergebnisse. Sie erfahren das Ergebnis in der Regel innerhalb einer Woche. Auch nach einer Gewebeprobe ist es in etwa der Hälfte der Fälle kein Brustkrebs. Die Wartezeit bis dahin erleben viele Frauen als belastend, fragen Sie deshalb ruhig in der Praxis nach.
Nutzen und Nachteile des Mammographie-Screenings
Die Mammographie kann Brustkrebs nicht verhindern. Sie soll ihn früh finden, weil er sich dann oft schonender behandeln lässt. Von 1.000 Frauen, die 25 Jahre lang regelmäßig teilnehmen, bewahrt das Screening etwa 3 bis 8 vor dem Tod durch Brustkrebs. Im Jahr 2023 fand das Screening knapp 19.500 Krebsfälle, und 80 Prozent davon waren höchstens zwei Zentimeter groß.
Der wichtigste Nachteil sind Überdiagnosen. Das sind Krebsfunde, die ohne Screening nie aufgefallen wären, weil der Tumor sehr langsam oder gar nicht wächst. Weil Ärztinnen das nicht sicher vorhersagen können, raten sie meist zur Behandlung. Von 1.000 Frauen, die 25 Jahre lang teilnehmen, erhalten etwa 11 bis 15 eine Überdiagnose und eine unnötige Behandlung.
Auch die Strahlung zählt. Über 25 Jahre kann sie bei weniger als 1 von 1.000 Frauen zur Entstehung von Brustkrebs beitragen. Wie Sie diese Zahlen gewichten, entscheiden Sie selbst.
Bemerken Sie zwischen zwei Terminen einen Knoten, eine Delle, eine eingezogene Brustwarze oder Flüssigkeit aus der Brustwarze, gehen Sie gleich zu Ihrer Ärztin. Warten Sie damit nicht auf den nächsten Brief. Eine Mammographie bei Beschwerden zahlt die Kasse in jedem Alter.
Zahlt die Kasse das Screening schon ab 45?
Nein, Stand Oktober 2026 zahlt die Kasse das Screening erst ab 50. Seit dem 5. März 2026 erlaubt das Strahlenschutzrecht die Mammographie zur Früherkennung zwar schon ab 45. Ob die Kasse sie für Frauen zwischen 45 und 49 bezahlt, entscheidet aber der Gemeinsame Bundesausschuss. Das ist das Gremium aus Ärzten und Krankenkassen, das festlegt, was die Kasse zahlt.
Das Gremium hat angekündigt, im Oktober 2026 darüber zu entscheiden. Danach müssen die Einladungsstellen ihre Abläufe noch anpassen, und die Entscheidungshilfe wird überarbeitet. Bis dahin zahlen Frauen zwischen 45 und 49 eine Mammographie zur Früherkennung selbst. Haben Sie Beschwerden, zahlt die Kasse die Mammographie dagegen in jedem Alter.
Haben Sie Beschwerden an der Brust?
Dann zahlt die Kasse die Mammographie in jedem Alter. Gehen Sie zuerst zu Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Hausarzt.
Sind Sie zwischen 50 und 75 Jahre alt?
Liegt Ihr letzter Screening-Termin mindestens 22 Monate zurück?
Sie haben Anspruch auf das Screening. Warten Sie auf den Brief oder melden Sie sich bei der Zentralen Stelle.
Ihr nächster Screening-Termin ist erst 22 Monate nach dem letzten möglich.
Dann zahlt die Kasse kein Screening. Zwischen 45 und 49 zahlen Sie die Mammographie zur Früherkennung vorerst selbst.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter bekommt man eine Einladung zum Mammographie-Screening?
Die erste Einladung zum Mammographie-Screening kommt bald nach dem 50. Geburtstag. Danach kommt alle zwei Jahre ein neuer Brief, bis zum Alter von 75 Jahren. Frauen ab 70 müssen sich je nach Bundesland noch selbst bei der Zentralen Stelle anmelden.
Tut die Mammographie beim Screening weh?
Die Mammographie beim Screening kann unangenehm sein oder wehtun, weil das Gerät die Brust zwischen zwei Platten flach drückt. Der Druck schadet der Brust nicht. Je flacher die Brust liegt, desto weniger Strahlung braucht das Bild.
Wann kommt das Ergebnis des Mammographie-Screenings?
Das Ergebnis des Mammographie-Screenings kommt in der Regel innerhalb von sieben Werktagen. Die meisten Frauen erhalten einen unauffälligen Befund. Ist etwas auffällig, lädt die Praxis Sie zu weiteren Untersuchungen ein, meist innerhalb einer Woche.
Heißt ein auffälliger Befund beim Mammographie-Screening, dass ich Krebs habe?
Nein, ein auffälliger Befund beim Mammographie-Screening ist noch keine Krebsdiagnose. Von 30 Frauen mit auffälligem Befund haben 24 nach den weiteren Untersuchungen keinen Brustkrebs. Geklärt wird der Befund meist mit Ultraschall, weiteren Röntgenbildern oder einer Gewebeprobe.
Zahlt die Krankenkasse das Mammographie-Screening ab 45?
Nein, Stand Oktober 2026 zahlt die Krankenkasse das Mammographie-Screening erst ab 50. Seit März 2026 ist die Untersuchung ab 45 zwar erlaubt. Über die Kosten entscheidet aber der Gemeinsame Bundesausschuss, das Gremium aus Ärzten und Krankenkassen, und er will das im Oktober 2026 tun.
Wie viel Strahlung bekommt man bei einer Mammographie ab?
Eine Mammographie beider Brüste mit je zwei Aufnahmen bringt etwa 0,3 bis 0,5 Millisievert. Millisievert ist die Maßeinheit für die Strahlenbelastung des Körpers. Aus Nahrung, Boden und Weltall nimmt ein Mensch in Deutschland im Schnitt 2,1 Millisievert pro Jahr auf.
