Warum die Praxis von Ihren Implantaten wissen muss
Ein Brustimplantat lässt Röntgenstrahlen in der Regel nicht durch. Auf dem Bild kann es deshalb Brustgewebe verdecken, und ein Tumor in diesem Bereich bleibt womöglich unsichtbar. Die Fachkraft braucht die Information über Ihre Implantate vor der Aufnahme, damit sie eine besondere Technik anwenden kann.
Sagen Sie es der Fachkraft persönlich oder schreiben Sie es in den Fragebogen vor der Untersuchung. Diese Angaben helfen ihr zusätzlich.
- Womit die Implantate gefüllt sind, etwa mit Silikon oder Kochsalzlösung.
- Ob sie vor oder hinter dem Brustmuskel liegen.
- Wann Sie die Implantate bekommen haben.
- Ob es schon Probleme gab, etwa eine verhärtete Kapsel.
Bringen Sie Ihren Implantatpass oder einen Arztbericht zur Operation mit, wenn Sie einen haben. Fehlen Ihnen die Angaben, kann die Praxis, die die Implantate eingesetzt hat, Auskunft geben. Eine Mammographie bekommen Sie aber auch ohne diese Unterlagen.
Mit Implantat braucht jede Brust 4 statt 2 Aufnahmen
Bei der Mammographie mit Implantat drückt die Fachkraft das Implantat flach an die Brustwand. Dann nimmt sie nur das eigene Brustgewebe davor zwischen die beiden Platten. Fachleute nennen dieses Vorgehen Eklund-Technik.
Das Gewebe direkt am Implantat zeigt diese Aufnahme aber nicht. Deshalb macht die Fachkraft zusätzlich normale Aufnahmen mit dem Implantat im Bild. So kommen meist 4 statt 2 Aufnahmen je Brust zusammen, und die Strahlenbelastung ist etwas höher.
Die Fachkraft drückt die Brust dabei so vorsichtig zusammen, dass die Hülle des Implantats keinen Schaden nimmt. Die Untersuchung kann trotzdem unangenehm oder etwas schmerzhaft sein. Bei vernarbtem Gewebe oder einer festen Kapsel um das Implantat tut sie manchen Frauen auch richtig weh.
Kann ein Brustimplantat bei der Mammographie kaputtgehen?
Ein Brustimplantat geht bei der Mammographie nur äußerst selten kaputt. Implantate halten Druck grundsätzlich aus, ganz ausschließen lässt sich ein Schaden bei zu hohem Druck aber nicht. Moderne Silikonimplantate sind innen nicht mehr flüssig, sondern ähnlich fest wie Brustgewebe. Deshalb tritt in der Regel kein Silikon aus, selbst wenn die Hülle reißt. Kochsalzlösung aus einem beschädigten Implantat baut der Körper vollständig ab.
Ein Aufklärungsbogen einer radiologischen Praxis aus Alzey zeigt, worauf eine Praxis dabei achtet. Ist das Implantat über 20 Jahre alt und die Kapsel verhärtet, verzichtet diese Praxis auf die Mammographie. Ihr ist das Risiko, das Implantat zu verletzen, dann zu hoch.
Wann die Mammographie mit Implantat nicht geht
Um jedes Implantat bildet der Körper eine Hülle aus Bindegewebe, die Kapsel. Wird sie hart und zieht sich zusammen, sprechen Ärztinnen von einer Kapselfibrose. Sie wird in vier Grade eingeteilt, die sogenannten Baker-Grade.
- Grad I: Die Brust ist weich und sieht natürlich aus.
- Grad II: Die Brust ist etwas fester, sieht aber natürlich aus.
- Grad III: Die Brust ist fester und verformt.
- Grad IV: Die Brust ist hart, verformt und schmerzt.
Bei Grad III oder IV kann die Mammographie technisch unmöglich sein. Dann kommen andere Untersuchungen infrage, etwa ein Ultraschall oder eine MRT. Sie können eine Mammographie nach der Aufklärung auch selbst ablehnen.
Ist Ihre Brust weich oder nur etwas fester und sieht natürlich aus?
Dann ist die Mammographie in der Regel möglich, meist mit 4 Aufnahmen je Brust.
Ist Ihr Implantat höchstens 20 Jahre alt?
Die Fachkraft tastet die Brust ab und prüft vor Ort, ob die Aufnahme trotz fester Kapsel gelingt.
Bei verhärteter Kapsel und einem über 20 Jahre alten Implantat lehnen manche Praxen ab. Fragen Sie dann nach Ultraschall oder MRT.
Mammographie-Screening mit Brustimplantaten
Implantate sind kein Grund, auf das Screening zu verzichten. Frauen von 50 bis 75 Jahren haben auch mit Implantaten alle zwei Jahre Anspruch darauf. Weisen Sie bei der Anmeldung und im Fragebogen auf die Implantate hin, und bringen Sie Ihren Implantatpass mit. Einladung und Ablauf sind dieselben wie beim Mammographie-Screening ohne Implantate.
Manchmal reichen die Bilder trotz der besonderen Technik nicht aus, weil das Implantat Teile des Gewebes überdeckt. Dann bekommen Sie eine Einladung zu weiteren Untersuchungen. Der Grund ist in diesem Fall die Bildqualität.
Hatten Sie Brustkrebs und wurde die Brust danach wieder aufgebaut, gilt eine Besonderheit. Besteht der Verdacht auf einen Rückfall und klären Mammographie und Ultraschall ihn nicht, zahlt die Kasse eine Brust-MRT nach Wiederaufbau.
Ohne Implantat macht die Fachkraft 2 Aufnahmen je Brust, mit Implantat meist 4. Am Anspruch auf das Screening von 50 bis 75 Jahren ändert sich nichts.
| Merkmal | Ohne Implantat | Mit Implantat |
|---|---|---|
| Aufnahmen je Brust | 2 | meist 4 |
| Druck auf die Brust | normal | vorsichtiger, um das Implantat zu schonen |
| Strahlung | üblich | etwas mehr wegen der zusätzlichen Aufnahmen |
| Screening | 50 bis 75 Jahre | 50 bis 75 Jahre, Implantate vorher nennen |
| Grenzen | keine durch ein Implantat | stark verhärtete Kapsel, sehr altes Implantat |
Häufige Fragen
Kann ich mit Brustimplantaten am Mammographie-Screening teilnehmen?
Ja, mit Brustimplantaten können Sie am Mammographie-Screening teilnehmen. Sagen Sie bei der Anmeldung oder im Fragebogen, dass Sie Implantate haben. Bringen Sie, wenn vorhanden, Ihren Implantatpass mit.
Wie viele Aufnahmen braucht eine Mammographie mit Implantaten?
Eine Mammographie mit Implantaten braucht meist vier statt zwei Aufnahmen je Brust. Ein Teil zeigt das eigene Gewebe mit zurückgeschobenem Implantat, der andere die Brust mit Implantat. Dadurch ist die Strahlenbelastung etwas höher.
Kann ein Brustimplantat bei der Mammographie platzen?
Ein Brustimplantat wird bei der Mammographie nur äußerst selten beschädigt. Die Fachkraft drückt die Brust mit Implantat besonders vorsichtig zusammen. Moderne Silikonimplantate laufen auch bei einem Riss in der Regel nicht aus.
Wann lehnt die Praxis eine Mammographie mit Implantat ab?
Eine Mammographie mit Implantat lehnt die Praxis ab, wenn die Kapsel um das Implantat zu stark verhärtet ist. Auch bei einem über 20 Jahre alten Implantat mit verhärteter Kapsel kann ihr das Risiko zu hoch sein. Dann kommen Ultraschall oder MRT infrage.
Was ist die Eklund-Technik bei der Mammographie?
Die Eklund-Technik ist eine Aufnahmeweise für die Mammographie bei Brustimplantaten. Die Fachkraft schiebt das Implantat an die Brustwand und nimmt nur das eigene Brustgewebe davor zwischen die Platten. So zeigt das Bild dieses Gewebe ohne das Implantat davor.
